Freitag, 19. Juli 2013

[Film] Pacific Rim

Ich weiß, ich mache mich in letzter Zeit etwas rar, aber im Moment habe ich einfach eine Menge zu tun. Ins Kino gehen zum Beispiel:

 

Eine außerirdische Invasion völlig unerwarteten Ursprungs bricht über die Menschheit herein. Nicht aus dem All kommen die Feinde, sondern aus den Tiefen des Pazifischen Ozeans. Die monströsen Kreaturen, auch Kaiju genannt, attackieren weltweit Küstenstädte und fordern Millionen Menschenleben. Um die Kaiju zu besiegen, entwickelten Wissenschaftler überdimensionale Maschinen namens "Jaeger". Zwei Piloten müssen so einen gigantischen Roboter steuern, indem sie ihre Gehirne miteinander und mit der Maschine verknüpfen. Der Pilot Raleigh Becket erzielt bei der Bekämpfung der Kaiju besonders gute Erfolge und zunächst scheint es, als würde die Verteidigungsstrategie aufgehen. Doch dies ist ein Irrtum, die Aliens gewinnen erneut die Oberhand und das nicht länger erfolgversprechende Jaeger-Programm soll eingestampft werden. Einzig Marshall Stacker Pentecost glaubt noch an die Roboter und holt Becket zurück, der nach einem folgenschweren Kampfeinsatz die Einheit verlassen hat. Zusammen mit der unerfahrenen Pilotin Mako Mori soll er "seinen" Jaeger in ein letztes Gefecht führen, um die Menschheit vor dem Untergang zu bewahren. Denn auch wenn die Kaiju übermächtig scheinen, so gibt es doch noch eine Möglichkeit, sie zu überlisten… - filmstarts.de

Also, gleich mal vorweg gesagt: Ich hatte meinen Spaß - und das sogar alleine im Kino...

Die grundlegende Idee hinter "Pacific Rim" ist nix Neues. Irgendwo zwischen "Neon Genesis Evangelion", "Godzilla", "Transformers" und "Battleship" mit einem leichten Hauch Cthulhu-Mythos (Naja, nicht ganz, aber die Monster sind halt titanische Alienmonster, die aus dem Ozean kommen. Wer das Rollenspiel "CthulhuTech" kennt, versteht am ehesten was ich meine.) rangiert das Ganze herum. Das stört soweit nicht, wenn man einfach die Tatsache akzeptiert, dass es eben eine Hommage an die Kaiju/Mecha-Geschichten aus Japan. Dieser Punkt ist auch zu 100% erfüllt worden. Dadurch gibt es auch einige kleine Logiklücken, aber dass ist jammern auf hohem Niveau.

Auch wenn ich anfangs "Transformers" und "Battleship" genannt habe, macht "Pacific Rim" eines, nämlich einfach alles besser.
Statt dümmlicher Charaktere setzt man hier auf mehr unbekannte Schauspieler (außer Ron Perlman und Idris Elba kannte ich keinen) und auf glaubhaftere Charaktere. Ja, gut, es gibt einige "cheesige" Stellen, aber das ist immer noch besser als das "Hasbro"-Dauer-Dummgebeutel, bei dem man sich die ganze Zeit nur noch die Frage stellt, ob alle Menschen einfach nur noch doof sind. Hier setzt man einfach mehr auf Ernsthaftigkeit und einem leicht abgedrehten Humor (die Wissenschaftsnerds). Aber es bleibt im Rahmen und befindet sich in etwa auf dem Level von "Hellboy".
Noch eine Verbesserung sind die gestochen scharfe Spezialeffekte. Durch die gewaltige Größe der Mechs und der Kaijus sind die Bewegungen alle etwas langsamer und dadurch sind die Actionsequenzen immer übersichtlich. Keine überschnelles Chaos, sondern einfach gut gestaltet und super animiert.

Apropos "gut gestaltet": Die gesamte Optik ist einfach sehr genial. Man nutzte den "Star Wars"-Effekt mal wieder sehr gekonnt aus und alles wirkt einfach echt. Alles sieht abgenutzt und teilweise sehr behelfsmäßig zusammengeschustert aus. So werden zum Beispiel auch Kaiju-Skelette, die in den Städten so rumliegen, gerne auch mal als Tempel oder Basis für Gebäude verwendet. Wer schon das Design von "Hellboy" mochte oder so wie ich ein Fan von Zion aus "Matrix 2+3" ist, der kann sich an dem Film einfach nicht satt sehen. Auch die Kaijus bieten einige Abwechslung, aber leider war keiner mit Tentakeln im Gesicht dabei.
Auch der Soundtrack kann sich sehen lassen, da er von Ramin Djawadi ist, der auch schon den ultraepischen "Game of Thrones"-OST gemacht hat.

Bei "Pacific Rim" muss man eines noch beachten: Er ist kein astreiner Actionfilm, sondern viel mehr einfach ein endzeitlicher Sci-Fi-Film. Er hat einiges an Tiefgang und es gibt einige Konflikte zwischen den einzelnen Charakteren. Dadurch fehlt zwischen drinnen vielleicht mal etwas der Drive, aber dafür wird hier viel mehr Charakterzeichnung durchgeführt und dies auch recht effektvoll.

Fazit: "Pazific Rim" ist titanisch, gigantisch und trotzdem vollmundig. Sieht man mal über einige Logiklücken hinweg, bekommt man eine optische und akustische Bombe geliefert.

9/10 fette Kaiju-Flöhe

Kommentare:

  1. Ich liebe den Film ja heiß und innig :3

    Was ist der Star-Wars Effekt?


    -Danchou

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    1. Mit "Star Wars"-Effekt meine ich, dass einfach alles so richtig schön abgenutzt und verwendet aussieht - im Gegensatz zu "Star Trek", wo man immer das Gefühl hat, die Putze und der Renovierungstrupp sind gerade frisch durch die Enterprise marschiert. Aber bei "Star Wars" - und eben auch bei "Pacific Rim" - wirkt einfach alles so, als ob es schon lange in Gebrauch wäre. Da ist Lack abgeplatzt, Ölflecken, Dreck. Einfach alles, was eine realistische Atmosphäre gibt. Auf Tatooine z.B. hatte man immer das Gefühl, dass es diese Siedlungen schon ewig lange geben muss, weil alles so heruntergeranzt und verslumt aussieht und das ist einfach für das Feeling und die Atmosphäre wichtig.
      Den Effekt gibt es auch eigentlich erst seit "Star Wars". Vorher wirkte immer alles recht steril und künstlich - wie im Film eben, was aber auch einen eigenen Charme hat. Denn das ist für mich die atmosphärische Grundlage für diese ganze 50er bis 80er Jahre Pulp-SF/Fantasy ala "Star Trek: The Original Series", "Alarm im Weltall" oder "Flucht aus dem 23. Jahrhundert".

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