Dienstag, 15. Januar 2013

[Rollenspiel] MM&P: D&D Monster Manual 1st Ed.

-N-

Naga





Die Nagas sind Kreaturen der indischen Mythologie und relativ fest in der Fantasy verankert. Ich denke dabei zum Beispiel an die Nagas von "Heroes of Might & Magic", die auch bei mir eine gewisse Nagafreundlichkeit erzeugt haben. Ähnliche Versionen sind unter anderem auch die Sslyth-Söldner von Warhammer 40k oder Khan von "Die Schiffbrüchigen von Ythaq".
Ein Sslyth
Doch kommen wir mal zu den indischen Nagas zurück. Interessant ist bei ihnen, dass sie sehr unterschiedlichen Formen aufweisen:

Entweder mit vollständiger Schlangengestalt, als Mensch mit Schlangenkopf oder mit menschlichem Körper, der in einer Schlangengestalt ausläuft. Häufig sind auch Darstellungen mit mehrköpfigen Schlangen, beziehungsweise einer mehrköpfigen Kobrahaube. - wikipedia.de
Irgendwie schade eigentlich, dass D&D nur eine Form verwendet und nicht die gesamte Bandbreite an Nagas verwendet.
Auch interessant ist, dass die Nagas und die vogelartigen Garudas verfeindet sind. Gut, Garudas gibt es jetzt bei D&D nicht direkt, aber genug andere, vogelartige Wesen wie z.B. die Vrock. Dieses duale Konzept von irdischen Wesenheiten gegen Kreaturen der Lüfte kann man ganz gut als Hintergrund für eine settingsbezogene Mythologie hernehmen. Was ich auch interessant finde, ist die moralische Spannbreite der Nagas, denn sie erlauben es durchaus, dass sonst so heimtückische Bild der Schlangen durch Weisheit und einer gewissen, edlen Erscheinung auszugleichen. Aber dies ist nur das Zentrum des Bildes, denn es gibt auch durchaus extrem bösartige oder besonders gute Exemplare dieser Kreaturen. Daher empfehle ich diese Bandbreite voll und ganz auszunutzen und die Nagas trotz ihrer körperlichen Nachteile als ein interessantes Wesen statt einem einfachen Stereotyp darzustellen. 
Apropos "körperliche Nachteile": Bezieht man sich auf die D&D-Version der Naga, also einer Schlange mit Menschenkopf - eine sehr ähnliche Kreatur kann man auch bei "Barbarians of Lemuria" vorfinden - sollte man diese Nachteile dadurch ausgleichen, dass man ihnen Diener zur Verfügung stellt. Auch wenn ich jetzt in Gefahr laufe, irgendwie sinnlos vor mich hin zu labern, aber ich denke da gerade an zwei Konzepte, wie man die Nagas einsetzen kann:
  1. Die höheren Wesen: Nagas könnte man eben, wie sie auch im indisch-asiatischen Raum bekannt sind, als Geister oder Gottheiten verwenden, die von Priestern und Priesterinnen bedient und versorgt werden.
  2. Die niedere Form: In diesem Fall fügt man der "klassischen" D&D-Naga noch weitere "Modelle" hinzu, wie höhere Nagas mit menschlichem Oberleib. Diese wären nun die eigentlichen Nagas, während die anderen eben niedere Nagas wären. Die Höheren wären dann die Kulturschaffenden in dieser Gesellschaft, während die niederen, armlosen eher die Aufgaben als Krieger, Wächter, Boten oder ähnliches einnehmen.
Auch ist es so, dass es eine große Fülle an Nagas mit den weiteren D&D-Veröffentlichungen gibt, bei denen man sich wieder mit vollen Händen bedienen kann. Die meistens hätte man allerdings auch wieder mit einem Baukastensystem gestalten können, wodurch die Flexibilität der Kreatur gewaltig erhöht worden wäre.
Interessante Naga-Modelle wären zum Beispiel eine Eisennaga, also eine golemartige Version der Kreatur oder eine geflügelte Variante.

Gaia: Auf Gaia gab es mal Nagas als Rasse, doch sie sind auch aus Gründe der Logik und Individualität entfernt worden. Das heißt aber nicht, dass es vielleicht eine Art Naga als Kirathu gibt.

Cimorra: Auf Cimorra gibt es Nagas in allerlei Formen und Versionen. Sie werden hier schwerpunktmäßig als Dämonen oder Götter verwendet, weswegen sie eher selten, dann aber auch schon mal mit einem größeren Gefolge von Sklaven und Dienern anzutreffen sind.


Neo-Otyugh
siehe Otyugh


Night Hag


Jetzt kommen wir zu einem Punkt, den ich bei D&D schon immer irgendwie schwach fand. Die Night Hag ist im Grunde nichts anderes als eine Art Hexe, die aber keine "normale" Hexe im Sinne des Kräuterfräuleins oder doch vielleicht der satanischen Hure ist, sondern eher die Steigerungsform davon als dämonische Bewohnerin des Hades. 

Hexen bereiten eine magische Salbe zu
Was ich nun sagen wollte: Ich bin eigentlich ein Fan der Hexen-Klasse aus "DSA" und war echt schockiert, wie diese doch sehr coole Charakterklasse bei D&D behandelt wurde. Also, eigentlich wurde sie ja komplett als Klasse entfernt und sie traten eben nur noch als die Vettel, wie sie in der deutschen Fassung heißen, auf. Das finde ich echt schaden, denn die Hexe war doch ein vielschichtiger und interessanter Charakter mit einigen sehr coolen Zaubern und Besonderheiten. Ok, über die Druidenklasse konnte man etwas Ähnliches zusammenstricken, aber irgendwie war es doch nicht ganz das selbe. Und immer stand dieser Schatten der Vettel über dem Thema.
Bei den Vetteln muss ich immer an die Sumpfhexe aus "Legende" denken, die am ehersten dieses Bild dieser Kreatur in meinem Kopf erzeugt. Sie ist aber etwas ganz eigenes und erfüllt für mich nicht die Rolle einer Hexe. Eher einer weiblichen Dämonin, abseits vom Succubus-Stereotyp.

Das Sumpfvettel aus "Legende"
Gaia: Hexen gibt es auf Gaia in allen erdenklichen Formen, aber eben nicht als diese dämonischen Kreaturen, wie die Night Hags, sondern als eine Art Charakterklasse oder Klassenkombination mit allem, was dazugehört. Also mit Zauberei und Vertrauten. Die Night Hags könnte es als eine Art Geisterwesen geben, aber nicht als richtiger Hexenersatz.

Cimorra: Auch auf Cimorra gibt es Hexen als Klasse, wobei diese aber sehr weit gefasst ist und eher als "Magierin", "Heilerin" oder "Beschwörerin". Im Prinzip wird jede weibliche Magierin, die keine Priesterin ist, als "Hexe" bezeichnet, wie man es auch z.B. aus den Conan-Comics kennt.
Night Hags und alle ihre Verwandten kann es aber auch auf Cimorra geben. Hier aber wieder eher als Monster oder Dämonen.


Nightmares

Seltsamerweise habe ich kein passendes Bild gefunden! 
Schade...

...aber auch Nebensächlich, denn das D&D-Prinzip der Nachtmahren will ich gleich mal zerlegen. Im D&D-Sinn ist eine Nachtmahre eine Art Höllenross: Schwarz, brennende Hufe, flammende Augen und solche Dinge. Die klassische Nachtmahre hingegen ist eher ein kleiner Dämon, der auf der Brust eines Schlafenden sitzt und ihm die Luft zum Atmen raubt, was ihn nur schwer schlafen lies. Daraus entstand der Begriff des Albdrucks, aus dem sich das Wort "Albtraum" ableitet. 
Was nun interessant ist: Die D&D-Version hat mal wieder nichts mit der historischen Version zu tun. Anstatt einfach eine Art Höllenross einzuführen, wie man sie auch aus diversen Geschichten und Erzählungen kennt (so soll der Kopflose Reiter auf einem solchen Dämonenpferd reiten), wurden hier zwei Aspekte verquirllt. Dabei bietet die Idee des Nachtmahrs viel mehr als einfach nur ein geisterhaftes Höllenross. 

Der Kopflose Reiter auf seinem Höllenross.

So kannte man die Nachtmahr eben als eine Art Erscheinung betrachten, welche als eine Art Poltergeist Schlafende terrorisiert. Oder es ist eben einer Art Dämon, welche den Schlafenden belästigt. Vielleicht geht es sogar in die Richtung Sukkubus oder Inkubus, also ein Dämon, welcher sein Opfer verführt und auf andere Art und Weise um den Schlaf bringt. 

Frau mit Inkubus
Gaia: Hier habe ich sogar einmal Nachtmahren oder besser Mahren eingeführt. Sie verfolgen zwar im Groben das Prinzip des Geister- oder Höllenrosses, doch wendete ich diese Schablone des Geister- oder Dämonentieres auf allerlei andere Tiere an. Wer es nachlesen möchte, kann es gerne hier tun: Mahren

Cimorra: Definitiv gibt es auf Cimorra keine Geisterrösser. Es gibt ja wahrscheinlich nicht mal Rösser. Und Nachtmahren in Form von Geistern und Dämonen werden auf jeden Fall durch entsprechende Exemplare abgedeckt.


Nixies


Wenn ich an Nixies, also an Wassermänner in der deutschen Version denke, erinnere ich mich automatisch an eine alte Sage aus meiner Heimatstadt, bei ein Wassermann, ein Nökk, an einer alten Brücke junge Burschen auflauern soll, diese dann mit süßer Stimme anlockt und schließlich packt und im Wasser ersäuft. Hier wurde der Nökk als eine Mischung aus Mensch, Fisch und Krabbe dargestellt bzw. beschrieben.
"Wassermänner" ist ein sehr irreführender Begriff, denn man stellt sich dabei automatisch so etwas wie eine Art männliche Meerjungfrau vor...und, sind wir doch mal ehrlich, das ist doch schon ziemlich schwul. Auch "Nixies", wie sie im Englischen genannt werden, macht die Sache irgendwie auch nicht besser. Wenn man es direkt übersetzt, kommt man natürlich auf die "Nixen", also Meerjungfrauen. Und hier kann man sich natürlich austoben. Ich sage dazu nur mal "Ariel, die kleine Meerjungfrau" oder die vollkommen überflüssige Meerjungfrau bei "Fluch der Karibik 4". Hier sieht man schon, wie man diese Wesen definieren kann: Entweder als eher lieblich-freundliche Unterwasserbewohner oder als dämonische Verführerinnen, die mit süßem Sirenengesang ihre Beute anlocken. Ich mag die zweite Art diesbezüglich lieber:

Conceptart aus "Fluch der Karibik 4"
Ich persönlich glaube eher, dass man diese Wesen als wandlungsfähige Meeresdämonen oder -geister am besten laufen würden. Vielleicht ist es meine Vorliebe für den Cthulhumythos, dass ich allem, was aus dem Wasser kommt, gerne in diese Richtung drücke und ihm etwas Unheimliches und Bösartiges andichte. Daher mag diese Vorstellung von unheimlichem Wesen aus der Tiefe, die vielleicht wie Seetang in der Finsternis der Meeres schweben und man sie eigentlich gar nicht wirklich erfassen kann. Sind es Menschen? Fische? Krabben? Oder vielleicht doch etwas Pflanzliches? Oder alles auf einmal? Und bis man es geschafft hat diese Fragen für sich zu beantworten, ist man wahrscheinlich von der Kreatur schon gefressen worden.
Natürlich könnte...NEIN! sollte die optische Lockmethode auch mit dem verführerischen Gesang von Sirenen verbunden werden. Somit schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, in dem man die Meerjungfrau mit der Sirene kombiniert und ihr noch dazu ein teuflisch-verruchtes Aussehen gibt, wenn sie eine entsprechende Form angenommen haben.


Gaia: Auf Gaia gab es mal die Kinder der Tiefe und mit ihnen auch die Sängerinnen der Tiefe. Doch diese Wesen passten einfach nicht wirklich ins letztendliche Konzept der Welt und so mussten sie leider gehen, aber...

Cimorra:...effektiv wurden sie nach Cimorra übertragen. Wobei ich mich eher hier den Tiefen Wesen und Konsorten bediene. Aber je mehr ich über die gestaltenwanderlischen, dämonischen Sukkubi der Tiefe nachdenken, glaube ich, dass Cimorra durch aus einige Meerjungfrauen gebrauchen könnte.


 Nymph

 
Nymphen sind Naturgeister, die an einen Ort, wie einem Baum, einem Wasserfall oder einer Grotte gebunden sind. Wenn man mal weiter forscht, stößt man auf folgende Liste:
Wassernymphen:
  • Najaden, Nymphen der Quellen, Brunnen und Frischwasserströme
  • Pegaeae (lateinischer Name) (Bäche)
  • Potameiden (Flüsse)
  • Krenäen (Quellen)
  • Limnaden (Seen)
Meernymphen:
  • Nereiden, Töchter des Nereus, Nymphen des Mittelmeers
  • Okeaniden, Töchter des Okeanos
Wald- und Baumnymphen:
  • Dryaden
  • Hamadryaden
  • Meliaden
Berg-, Grotten- und Höhlennymphen:
  • Oreaden
Wiesennymphen:
  • Leimoniaden
Talnymphen:
  • Napaien
Regennymphen:
  • Hyaden
Siebengestirn:
  • Plejaden
und weitere.
Hier findet man einige bekannte (Dryaden, Hamadryaden, Nereiden) und auch einige Überraschungen, wie zum Beispiel die Plejaden:
 
Die Plejaden
Nymphen stehen in den meisten Fällen für das Leben, für Fruchtbarkeit und für die Natur. Sie werden als mindere Götter angebetet - ein Aspekt, den man sehr gut in eine Rollenspielwelt einbauen kann, um gewisse Riten und Sitten einzubasteln - und sie paaren sich mit Sterblichen. Sie stehen in Verbindung mit ihrer Fruchtbarkeit auch für eine freie Sexualität. Kein Wunder, dass man immer wieder Bilder sieht, wie Nymphen sich mit Satyren vergnügen - und umgekehrt:


Wie kann man also nun mit Nymphen umgehen?
Ich bevorzuge wirklich die Variante, dass sie ortgebundene Naturgeister mit einem neckisch-aufregenden Charakter sind, die aber wiederum mit Argusaugen über ihren Ort wachen. Freundlichen Besuchern gegenüber verhalten sie sich eher scheu, doch finden sie an dem Besucher Interesse, dann kann es schon mal zum "Feindkontakt" kommen.
 
 
Doch vergreift sich jemand an der Heimat der Nymphe, so verteidigt sie diese - und dies kann schon mal sehr übel für den Angreifer enden. Ich denke da speziell an die "Dunkle Königinnen"-Version von Galadriel. Nur anstatt einfach etwas düster drein zu blicken, denke ich da eher an ein mehr Banshee-artiges Verhalten. Sprich: Der Angreifer wird regelrecht zu Tode erschreckt oder mit anderen Methoden, wie lautes, markerschüttertes Kreischen, Sturmwind oder auch Krallen und Bisse vertrieben. Kein Wunder also, dass man ihnen Opfergaben in kleinen Schreinen darbringt, damit sie ruhig und friedlich bleiben.

Banshee-Galadriel
Gaia: Pfff... Schwer. Ich weiß, dass es auf Gaia sowas wie Dryaden und Feen gibt - oder auch gab. Ich bin mir grad nicht mehr so sicher. Ich könnte sie mir aber sehr gut als eine Art Kirathu vorstellen, denn nicht alle Wesen der Geisterebene sind automatisch böse und mit den Fähigkeiten, mit denen ich eine Nymphe ausstatten würde, würden sie gut als Naturgeister funktionieren.

Cimorra: Auch schwer. Möglicherweise könnte ich mir Nymphen, wenn man sie verstärkt als mindere Naturgötter ansieht, auf Cimorra vorstellen. Also auch mit kleinen Schreinen am Wegesrand, welche die Grenze zu ihrem Gebiet markieren. Dies ist allerdings wirklich eine Frage, die ich mir mal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen möchte.

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