Mittwoch, 16. Februar 2011

[Regelwerk] Nachtrag zum Status

So wie es scheint gibt es noch ein paar Worte zum Konzept des "Status" zu sagen, um einige Unklarheiten zu klären. 

Zu allererst aber: Es wurde angekreidet, dass "Status" kein passender Begriff ist, was auch irgendwie stimmt. Deswegen nennen wir das Konzept nun einfach mal Vermögen. Das sollte dann für jeden klar sein.

Die Frage, die mich bei dem Konzept beschäftigt hat, ist folgende:
Wie bekomme ich meine geliebten Zufallstabellen für Beute auf Cimorra unter, ohne dass ich Geld effektiv einführe?

Fakt ist: Auf Cimorra herrscht Tauschhandel, wobei auch Geldmünzen oder andere Wertgegenstände zum Tausch hergenommen werden. Dadurch, dass es keine gemeinsame Währung gibt und jede Stadt eine eigenen Währung hat, ist es sehr schwer, wenn nicht sogar unmöglich, feste Preise zu diktieren. Trotzdem ist der Wert der Goldmünze an sich ein recht gutes Mittel, um Preise zu vergleichen. Zum anderen mag ich den Ausdruck in den Augen der Spieler, wenn ihre Charaktere immer wieder etwas nettes an Schätzen finden und nicht einfach auf ihrem Charakterbogen "Schatz", "Gold", usw. eintragen müssen.

Das Vermögen ist nun die Schnittstelle zwischen der Bewertung von dem, was die SCs finden, und dem Ausgeben im Stil von BoL, das wiederum sehr gut zum Tauschhandel von Cimorra passt. Also:

Schätze beim Sammeln => Vermögensrang beim Ausgeben

Das Vermögen hilft nun die grob geschätzten Einnahmen unabhängig vom Rang zu verwalten und nutzbar zu machen, ohne das man sich direkt mit Goldmünzen und derglichen herumstreiten muss. Das Shoppen funktioniert genauso wie nach den normalen BoL-Regeln, nur mit das Ausnahme, dass es erst dann zusätzliche APs gibt, wenn das Vermögen um 2 Ränge gesunken ist.
Es wird, zumindest auf Cimorra, keine Einkaufslisten mit festen Preisen geben. Höchsten eine Übersichtsliste, was man so im Schnitt in einer Stadt kaufen kann mit einer entsprechenden Verfügbarkeitsbemerkung. Mehr nicht.

Dies bezüglich kamen noch folgende Fragen auf:

Was, wenn durch ein Abenteuer die SCs eine kleine Piratenflotte erworben haben? - Wird das dann in "Geld" aufgerechnet?

Was, wenn sie die königliche Erbin zur Frau gemacht haben und dafür netterweise das halbe Königreich geschenkt bekamen? - Muß man jetzt irgendwie ein Grundbuch mit Grundstückswerten führen?

In dem Fall läuft alles über das Vermögen. Bekommt ein SC eine Piratenflotte, wird sein Vermögen entsprechen angehoben. Wird er Erbe eines Königreiches, wird das Vermögen angehoben. Fertig. Punkt. Man kann dann im Gegenzug aber sagen, dass das Vermögen des SCs als König z.B. eniges mehr als 100.000 GM beträgt und fertig.
Das Ganze liegt natürlich auch im Ermessen des SLs. Wenn ihm die Abstände zu groß oder zu klein sind, kann er sie selbstverständlich modifizieren. Schließlich will ich mich da jetzt nicht festbeißen.

Desweiteren wurden Probleme mit Gaben wie z.B. "Großer Reichtum" angesprochen. Gerade in diesem Fall kann man diese Gabe entweder in die Richtung hin modifizieren, dass man +1 auf sein Vermögen bekommt und damit den Maximalwert von 5 sogar um +1 anheben kann oder man behält die Regel einfach bei und der SC kann einfach bei Handelsgesprächen einen zusätzlichen Würfel werfen, weil man ihn seinen Reichtum ansieht. Also daher sehe ich jetzt einfach mal kein Problem darin, es sei denn, man sucht sich krampfhaft eines.

Warum nun die Trennung von Vermögen und Rang? 

Dies will ich nun mit einigen Gegenfragen beantworten:
Ist jemand adelig nur weil er reich ist? Oder verleiht sein Geburtsrecht ihm diesen Status? Zeichnet einen Adeligen nur der Reichtum aus? Mit Sicherheit nicht, sondern viel mehr auch seine Kontakte und Etikette. 
Oder ist er kein Adeliger mehr, nur weil er sein Vermögen komplett verprasst hat? Wird dann sein Adliger-Rang auf Bettler umgemünzt?
Oder ist ein Schreiber, der für einen reichen Händler arbeitet wirklich arm oder verdeint er vielleicht als Vertrauter seiner Herren recht gut?
Ist ein Barbarenkrieger, der sich von einem Beutezug einen Stadtpalast leistet auch gleich ein Fürst?
Oder ist ein Händler, der einige schlechte Jahre mitgemacht hat, kein Händler mehr, sondern nur noch ein armer Bauer?
Muss ein Magier nicht einen gewissen Wohlstand erreicht haben, um sich ein ordentliche Labor einrichten zu können?
Ist ein Priester eines Bettelordens nun genauso vermögend wie ein Priester eines reichen Kultes?
Ich weiß es nicht, aber scheinbar scheint es so zu sein.

Irgendwie passt für mich das Vermögen und der Rang nicht wirklich zusammen, den ein SC muss erst in seinen neuen Rang hineinwachsen. Ein Barbar, der zu einem König wird, ist noch lange keine Adeliger, sondern nur ein Krieger, der mit Glück und Mut in diese Position gekommen ist.
Irgendwie stimmt für mich der Fluss des Ganzen da nicht so sehr und wirft zu viele hintergründige Fragen auf, die man tw. nicht ganz so einfach beantworten kann. Daher:

Ränge => Eigenschaften, Fähigkeiten, Wissen, Kontakte und sozialer Einfluss

Vermögen => Finanzieller Einfluss, Kaufkraft und Besitz

Ganz simpel und einfach und für jeden Spieler auch leicht zu verstehen. Denn das ist wichtig: Was nützt es einem, wenn die Spieler die Regeln nicht erfassen können auf Grund der Tatsache, dass manche Aspekte einfach zu abstrakt sind und sie dann lieber das Spiel, Spiel sein lassen.
Spieler wollen Beute und die sollen sie haben! Spieler sind zu faul für etwas finanzielles Mikromanagement, also verprassen wir die Beute dann einfach und gleichen lediglich den Vermögensrang wieder etwas an.

Ein Nachtrag noch wegen den Beutetabellen: Ich liebe die Dinger und werde auch in Bälde solche und auch einige nette Zufallstabellen herausbringen, die aber komplett für W20-Systeme ausgelegt sind.
Natürlich höre ich jetzt schon wieder das Herumgejammer "Äh, warum W20?"
Warum? Weil es im Grunde egal ist! Normalerweise braucht man für ein gutes RPG nicht einmal ein Regelwerk! Also, warum sich an solchen Dingern aufregen, wenn man doch stattdessen in die Vollen greifen und sich überall das Beste herausholen kann. Und genau das will ich heute euch nocheinmal sagen: Legt die verfluchten Scheuklappen ab und holt euch das Beste aus Allem heraus. 
Pfeift aufs System! Passt es euch einfach etwas an! Regeln sind dazu da, um sie zu brechen! Um sie sich untertan zu machen! Ihr müsst das Ziel vor Aaugen sehen: Absolut geniale Abenteuer in fantastischen Welten - ohne Kniebohrerei, Genöhle und Gejammer.

Gute Nacht für heute.
Over and out.

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